Phytotherapie

Phytotherapie ist die Behandlung von Krankheiten mit Pflanzen und daraus hergestellten Arzneimitteln. Sie erfreut sich weltweit steigender Beliebtheit. So geben in Deutschland 72 % der Menschen an, dass sie bereits natürliche Arzneimittel verwendet haben, mit wachsender Tendenz (1). Dies gilt vor allem bei Erkältungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Schmerzen, Schlafstörungen und psychovegetativen Erkrankungen. Bayer steht für „Science For A Better Life“ und somit auch für pflanzliche Arzneimittel, die dem Kundenwunsch nach wissenschaftlich belegter Qualität und Wirksamkeit entsprechen.

Was ist Phytotherapie?

Phytotherapie ist die Heilung, Linderung und Vorbeugung von Krankheiten und Beschwerden durch Arzneipflanzen, durch deren Teile wie Blüten, Wurzeln oder Blätter, durch Pflanzenbestandteile wie ätherische Öle oder durch Zubereitungen aus Arzneipflanzen (Phytopharmaka) (2). Schon seit Beginn der Menschheit werden Pflanzen zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Bereits die frühen Hochkulturen in Ägypten, Mesopotamien und China berichteten über die Anwendung von Arzneipflanzen. Auch in den deutschen und europäischen Arzneibüchern des Mittelalters wurde die traditionelle Anwendung von Arzneipflanzen beschrieben.

Die rationale Phytotherapie ist Bestandteil der modernen Medizin und stützt sich auf Erkenntnisse aus modernen pharmakologischen, toxikologischen und klinischen Studien zu pflanzlichen Arzneimitteln.

Die Phytotherapie ist fest im deutschen Arzneimittelgesetz verankert und wird dort den besonderen Therapierichtungen zugeordnet. Sie unterliegt denselben Anforderungen an Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit wie andere Arzneimitteln.

Qualität

Arzneipflanzen enthalten eine Vielzahl an Inhaltsstoffen, die für die Wirksamkeit von Belang sind. Dies unterscheidet sie von den chemisch definierten Arzneimitteln, bei denen in der Regel nur ein einziger chemischer Stoff zur Wirksamkeit beiträgt. Daher ist die Qualität bei pflanzlichen Arzneimitteln durch das Herstellungsverfahren definiert, ähnlich wie auch bei biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln: Das Produkt ist der Prozess (3). Dies beginnt bei der Auswahl des Saatgutes, und geht weiter über den Anbau und die Ernte der Arzneipflanzen, die nach den Grundsätzen der Good Agricultural and Collection Practice (GACP (4)) erfolgt, bis hin zur Auswahl der Drogen, ihrer Lagerung und Verarbeitung. Die Extraktion und die Herstellung des Fertigarzneimittels unterliegt dann der Good Manufacturing Practice (GMP). Die pflanzlichen Arzneimittel von Bayer erfüllen demnach die höchsten Qualitätsmaßstäbe.

Wirksamkeit und Unbedenklichkeit

Als Wirksamkeitsnachweis der pflanzlichen Arzneimittel dienen klinische Studien sowie Monographien, in denen wissenschaftliches Erkenntnismaterial dokumentiert ist. Die Sicherheit wird durch toxikologische Studien und die Arzneimittelüberwachung (Pharmakovigilanz) belegt. Auch die Aufklärung der Wirkmechanismen wird groß geschrieben. Sie hat aufgezeigt, dass die zahlreichen Inhaltsstoffe der pflanzlichen Arzneimittel an vielen unterschiedlichen Mechanismen angreifen und so ihre Wirksamkeit im Sinne einer „Multi-Drug / Multi-Target-Wirkung“ (5) entfalten.

  1. Stange, R. Beliebtheit und Akzeptanz von Phytopharmaka bei Publikum und Verordnern. Z Phytother 2014; 35: 16-20
  2. Kraft K., März R.: Die wissenschaftliche Basis der Phytotherapie. Zeitschrift für Phytotherapie 2006; 27: 279–283
  3. Dingermann, Th., Zündorf, I., Biosimilars: Eine neue Gruppe rekombinanter Arzneimittel. Pharmazie in unserer Zeit 41 (2012) 2-8
  4. Guideline on good agricultural and collection practice (GACP) for starting materials of herbal origin. EMEA/HMPC/246816/2005
  5. Wagner, H. Multi-target therapy – the future of treatment for more than just functional dyspepsia. Phytomedicine 2006;13, S5:122-129